tagebuch

38. Eintrag

Termin

Wann?
5.12.2018 19:30 Uhr
Wo?
Adventhaus Gera, Handwerkstraße 2

Wenn sich am Mittwochabend, dem 5. Dezember, die Tür für die „Lebensschule“ im Geraer Adventhaus, Handwerkstraße 2, öffnet, dann steht ein Jubiläum an. In diesem Monat wird das Projekt zwanzig Jahre alt. Am 10. Dezember 1998 lud Pastor Erben zum ersten Mal ein. Seitdem waren es fast zweihundert Abende, in denen es um Themen wie Vergangenheitsbewältigung, schwierige Mitmenschen, Konflikte, Selbstbehauptung, Sinn, Vergebung, Beziehungen, sozialer Wandel, Umgang mit dem inneren Kind, Selbstfindung, Angst, Burnout und Glück ging. Prominentester Gastdozent war der Jenaer Star-Soziologe Professor Dr. Hartmut Rosa. Seit 2006 ist die Geraer Volkshochschule mit einer Kooperations-Vereinbarung mit im Boot.

Die aktuelle Themenreihe „Damit der Blues nicht alles übertönt – Wie man Depression vorbeugen kann“ geht auf eine persönliche Erfahrung von Pastor Erben zurück. Im Jahr 2009 wurde er dazu geholt, als sich gerade ein junger Mann mit einem Sturz in einem hohen Treppenhaus das Leben genommen hatte. Ausgerechnet mit einem Vortragsprogramm zur Vermeidung von Depressionen begann für Erben dann 2010 die Arbeit als Multiplikator. Von ihm angesteckt, begannen auch andere mit dem Modell „Lebensschule“ zu arbeiten. Heute gibt es mehr als 60 Lebensschulen in Deutschland – Tendenz steigend. Jedes Jahr Ende Januar trifft sich die wachsende „Lebensschule“-Community zu einem Symposion, um Erfahrungen auszuwerten und sich neue Impulse zu holen.

An diesem Mittwoch geht es um 19.30 Uhr um das Thema „Meine innere Balance bewahren – Wie ich besser mit Ärger und Schuldgefühlen umgehen kann“. Der Kursleiter Pastor Erben spricht diesmal darüber, wie man besser mit Störungen in seinem Leben zurechtkommen kann. Wer nämlich an seiner inneren Balance arbeitet, trägt dazu bei, Depressionen zu vermeiden.

37. Eintrag

Gar nicht erst depressiv werden. Schon im Vorfeld Risiken, die in Richtung Depression gehen, abbauen. Das ist das Anliegen des neuen Kurses der Lebensschule Gera. „Damit der Blues nicht alles übertönt – Wie man Depression vorbeugen kann“. Der zweite Abend des Kurses beschäftigte sich mit unterschiedlichen Formen von verzerrtem Denken. Mehr als 30 Teilnehmer sahen gestern Abend im Adventhaus Gera zu, wie ein „Gitterstab“ neben den anderen gereiht wurde. Ja, wir können unser inneres Fenster ins Leben ungewollt selbst verbarrikadieren, wenn wir Denkgewohnheiten zulassen, die nur wenig mit der Realität zu tun haben. Das ist so ähnlich, wie wenn man ein hochwertiges Menü serviert bekommt, aber so sehr Stress und Zeitdruck verfallen ist, dass man sein Gourmet-Gericht überhaupt nicht genießen kann. Schade, wenn wir uns mit unserem eigenen Denken davor blockieren, den Reichtum des Lebens abzuholen. Nach dem Draufblick auf verzerrte Denkgewohnheiten geht es am 14. November in der Lebensschule weiter mit möglichen Interventionen. Erst erkennen, dann verändern.

36. Eintrag

Nachdem das Gewusel in der Küche verebbt ist, kommen die Teilnehmer am „Vollwertkochen zum Verlieben“ nach und nach an den großen Tisch im Nebenraum. Kerzen brennen. Das Licht ist gedämpft. Menschen, die sich teilweise vor anderthalb Stunden noch völlig fremd waren, sitzen nun einander gegenüber und kosten das aus, was beim gemeinsamen Kochen entstanden ist. Und dann fängt es, in der „Kommunikationsküche“ zu kochen. Wie findet man einen roten Gesprächsfaden, oder mehrere? Eine Teilnehmerin erzählt von ihrer Schwangerschaft. Das interessiert wohl alle. Man sieht einander an, hört einander zu und nimmt sich gegenseitig wahr. Gleichzeitig läuft im gleichen Haus nur an anderer Stelle etwas Ähnliches ab. Frauen, die sich der „Fraueninsel“ angeschlossen haben, sind miteinander im Gespräch. Das ist das Adventhaus Gera. An einem Wochentag. Eine kleine Oase mitten in der großen Stadt.

35. Eintrag

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Gestern Abend waren fast 20 Teilnehmer beim Kochabend „Vollwertkost zum Verlieben“ mit Uta Erben dabei. Diesmal ging es um Kochen mit Wildkräutern. Das Menü bestand aus einer Brennnessel-Kartoffelsuppe, einem Wildkräuter-Sprossensalat, einem Graupentopf mit Brennnesseln, einem Wildgemüse-Strudel mit wilder grüner Soße nach Frankfurter Art und einem Rhabarber-Quinoakuchen. Erst wurde in sechs kleinen Gruppen miteinander gekocht, dann wurden in heiterer Runde geschmaust. Keine Frage, es hat geschmeckt!

34. Eintrag

 

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Am Sonnabend, dem 3. Dezember 2016, waren bei uns im Haus die „Drei Thüringer Tippelbrüder“ mit ihren zwei Freunden von den „Lanzleut“ zu Gast. Wer die „Tippels“ – Jens Gläser, Roland Tralles und Jochen Weise – nur von Volksfesten her kennt, konnte sie bei dieser Gelegenheit etwas anders erleben. Gemeinsam mit Dirk Graszt und Karl-Heinz (Karli) Kratzsch zeigten sie sich von ihrer weihnachtlichen Seite. Die fünf gestandenen Barden brachten nicht nur vertrautes Liedgut zu Gehör, sondern hatten auch Mundartliches und Internationales in ihrem Repertoire. Mit ihrer vergnüglichen Art luden sie uns dazu ein, in dieser dunklen und kalten Jahreszeit das Helle und Wärmende wieder zu entdecken. Und der Funke sprang über. Etwas Schönes und Gutes lag in der Luft. Das spürte man auch nach dem Ende des Konzertes – wie dieses Foto zeigt. Wir Gastgeber hatten uns für dieses Konzert etwas Besonderes ausgedacht. In einer Caféhaus-Atmosphäre gab es an kleinen Tischen selbstgebackene Weihnachtsplätzchen, Kaffee und Tee zum Genießen. Nächstes Jahr bitte wieder!

33. Eintrag

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Heimatliche Gefühle entstehen durch Beständigkeit und Regelmäßigkeit. Mit unserem kontinuierlichen Projekt „Offene Türen“ tragen wir dazu bei, dass solche heimatlichen Gefühle entstehen können. Montagabend für Montagabend laden wir zu einer herzerfrischenden Ganzkörpergymnastik ein. In schöner Regelmäßigkeit treffen wir uns. Dabei ergeben sich auch spontane Gespräche über das was einen freut, Sorgen bereitet oder nervt. Nach einem Sportabend kann man positiv verändert in seinen Alltag zurückkehren – mit der Gewissheit, dass auch am nächsten Montag „Sport und Spirit“ wieder einen erwartet.

32. Eintrag

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Unserem aktuellen Flyer für unser Geraer Projekt „Offene Türen“ ist anzusehen, dass sich unser Grafik-Designer seit einiger Zeit in Südostasien aufhält. Die Farbgebung hat einen asiatischen Touch. Auch die Sanftheit des Bildmotivs mutet etwas asiatisch an – wenn auch die Pusteblume eher europäisch ist. So kann sich sehr Unterschiedliches zusammenfinden.

31. Eintrag

Auch durch den Sommer hindurch halten wir das regelmäßige Ganzkörpertraining „Sport und Spirit“ aufrecht. Heute Abend trifft sich also wieder wie gewohnt die Gruppe im Saal zum Sport. Was gibt es Neues? Im Juli haben Mitglieder und Freunde der „Fraueninsel“ den kleinen Saal im 1. Stock des Geraer Adventhauses renoviert. Bei dieser Gelegenheit erhielten auch alle Stühle neue Bezüge. Weil das so gut ging und das Ergebnis so hervorragend war, wurden danach auch die Stühle im Mehrzweckraum im Keller, wo sich auch die Kochgruppe „Vollwertkost zum Verlieben“ einmal monatlich trifft, neu bezogen. Danke für Euer Engagement! Ihr habt unser Gemeindehaus freundlicher gemacht!

30. Eintrag

In dieser Woche hat unser neuer Projekt-Zyklus begonnen. Bewährtes wird weitergeführt. Zwei Projektbestandteile entfallen: Englisch AG und Mathe-Förderzirkel. Nico Henze hatte einige Jahre lang Jugendlichen und Kindern geholfen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in Mathe zu verbessern. Danke, Nico, für Deinen Einsatz. Dabei gab es etliche Erfolgserlebnisse, von denen sicher die am Besten berichten könnten, die sie selbst gemacht haben. Mittlerweile kümmert sich Nico als Coach um unsere Jugendgruppe. Bei Bedarf hilft er nach wie vor bei Schwierigkeiten in Mathematik. Die neuen Projektbestandteile sind Chorsingen und Paar-Coaching. Beides ist schon im vergangenen Jahr angelaufen. Eduardo Diaz ist unser Chorleiter. Er hat neuen Schwung mitgebracht. Um das Paar-Coaching kümmert sich unser Pastor. Im vergangenen Herbst hatte er gemerkt, dass es für diesen Dienst wieder verstärkt Nachfragen gibt.

29. Eintrag: Auswertung einer kleinen Umfrage in der Lebensschule Gera

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Am Mittwoch, dem 17. Dezember, war in der Lebensschule der letzte Abend der Themenreihe „Tabuthemen: Altern, Sterben, Tod“. Vierzig Hörer folgten dem Vortrag von Kursleiter Andreas Erben, der die Ergebnisse einer Umfrage unter Teilnehmern der Lebensschule vortrug. Etwa ein Drittel (N=17) der Besucher des Vortragsabends vom 19. November hatten sich daran beteiligt. Es gab Übereinstimmungen bei den Antworten und natürlich auch ganz individuelle Aussagen.

Zum 1. Frageblock: „Wie hat sich Ihre Sicht des Lebens mit zunehmendem Alter verändert? Von welchen Überzeugungen oder Ansichten haben Sie sich verabschiedet? Welche neuen Überzeugungen oder Ansichten haben Sie gewonnen?“ Sieben Teilnehmer (41%) antworteten sinngemäß oder ausdrücklich, dass sie gelassener geworden sind. Es gab allerdings auch in anderen Antworten Formulierungen, die auf mehr Gelassenheit hindeuten. Wenn man davon ausgeht, dass Gelassenheit eine Form des Glücks ist, dann bestätigt die Tendenz der Antworten in gewisser Weise die Forschungsergebnisse der Altersforscher Laura Carstensen und Kollegen für den US-amerikanischen Raum. Demnach sind ältere Menschen in der Regel glücklicher als Menschen im mittleren Alter und Jüngere.

Zur 2. Frage: „Wenn Sie Ihr bisher gelebtes Leben überblicken – worauf blicken Sie mit einem Gefühl der Erfüllung, Zufriedenheit oder vielleicht sogar mit einem gesunden Stolz zurück?“ Neun Teilnehmer (53%) erwähnten ihre Kinder, vier davon erwähnten auch die Enkel, was bedeutet, dass sich für sie die Mühen der Elternschaft gelohnt haben. „Zwei Kinder zog ich allein groß, es geht ihnen gut, sie stehen gut und fest im Leben“, schrieb eine Teilnehmerin. „Ich habe meine beiden Kinder allein ‚großziehen‘ müssen, der Vater hatte kein Verantwortungsgefühl. Es war nicht leicht, doch ich habe es geschafft, das macht mich stolz. All diese Jahre habe ich mein eigenes Geld verdient, um meine kleine Familie zu versorgen“, berichtete eine andere Teilnehmerin.

Zum 3. Frageblock: „Wenn Sie Ihr bisher gelebtes Leben überblicken – was bedauern Sie oder vermissen Sie im Nachhinein? Was würden Sie im Rückblick anders machen, wenn Sie könnten…?“ Fünfmal (29%) wurden Aussagen gemacht, die darauf hindeuten, dass man sich selbst mehr hätte treu sein sollen bzw. mehr man selbst hätte sein sollen. Interessanterweise bestätigen diese Antworten Erfahrungen der australischen Palliativpflegerin Bronnie Ware, die folgendes berichtet hat: „Von allem, was ich an den Sterbebetten hörte und lernte, von allem, was die Sterbenden rückblickend am meisten bereuten – dies war die häufigste Aussage: Sie bedauerten, sich bei der Gestaltung ihres Lebens nicht selbst treu gewesen zu sein. Und diese Erkenntnis war gleichzeitig die, die am meisten Schmerz verursachte, weil es für die Patienten zu spät war.“ (Ware, 5 Dinge, S. 64)

Zur 4. Frage: „Was ist für Sie das Wichtigste im Blick auf Ihre verbleibende Lebenszeit?“ Folgende Verteilung wurde in den Aussagen beobachtet: Zehnmal (59%) Gesundheit, fünfmal (29%) Familie oder Beziehungen zu Familienmitgliedern, fünfmal (29%) Freunde/Bekannte/Vertraute, viermal (24%) Glauben an Gott vertiefen/behalten/weitergeben, dreimal (18%) Autonomie, zweimal (12%) Frieden.