DSC08010 Adventhaus

Am Mittwoch, dem 17. Dezember, war in der Lebensschule der letzte Abend der Themenreihe „Tabuthemen: Altern, Sterben, Tod“. Vierzig Hörer folgten dem Vortrag von Kursleiter Andreas Erben, der die Ergebnisse einer Umfrage unter Teilnehmern der Lebensschule vortrug. Etwa ein Drittel (N=17) der Besucher des Vortragsabends vom 19. November hatten sich daran beteiligt. Es gab Übereinstimmungen bei den Antworten und natürlich auch ganz individuelle Aussagen.

Zum 1. Frageblock: „Wie hat sich Ihre Sicht des Lebens mit zunehmendem Alter verändert? Von welchen Überzeugungen oder Ansichten haben Sie sich verabschiedet? Welche neuen Überzeugungen oder Ansichten haben Sie gewonnen?“ Sieben Teilnehmer (41%) antworteten sinngemäß oder ausdrücklich, dass sie gelassener geworden sind. Es gab allerdings auch in anderen Antworten Formulierungen, die auf mehr Gelassenheit hindeuten. Wenn man davon ausgeht, dass Gelassenheit eine Form des Glücks ist, dann bestätigt die Tendenz der Antworten in gewisser Weise die Forschungsergebnisse der Altersforscher Laura Carstensen und Kollegen für den US-amerikanischen Raum. Demnach sind ältere Menschen in der Regel glücklicher als Menschen im mittleren Alter und Jüngere.

Zur 2. Frage: „Wenn Sie Ihr bisher gelebtes Leben überblicken – worauf blicken Sie mit einem Gefühl der Erfüllung, Zufriedenheit oder vielleicht sogar mit einem gesunden Stolz zurück?“ Neun Teilnehmer (53%) erwähnten ihre Kinder, vier davon erwähnten auch die Enkel, was bedeutet, dass sich für sie die Mühen der Elternschaft gelohnt haben. „Zwei Kinder zog ich allein groß, es geht ihnen gut, sie stehen gut und fest im Leben“, schrieb eine Teilnehmerin. „Ich habe meine beiden Kinder allein ‚großziehen‘ müssen, der Vater hatte kein Verantwortungsgefühl. Es war nicht leicht, doch ich habe es geschafft, das macht mich stolz. All diese Jahre habe ich mein eigenes Geld verdient, um meine kleine Familie zu versorgen“, berichtete eine andere Teilnehmerin.

Zum 3. Frageblock: „Wenn Sie Ihr bisher gelebtes Leben überblicken – was bedauern Sie oder vermissen Sie im Nachhinein? Was würden Sie im Rückblick anders machen, wenn Sie könnten…?“ Fünfmal (29%) wurden Aussagen gemacht, die darauf hindeuten, dass man sich selbst mehr hätte treu sein sollen bzw. mehr man selbst hätte sein sollen. Interessanterweise bestätigen diese Antworten Erfahrungen der australischen Palliativpflegerin Bronnie Ware, die folgendes berichtet hat: „Von allem, was ich an den Sterbebetten hörte und lernte, von allem, was die Sterbenden rückblickend am meisten bereuten – dies war die häufigste Aussage: Sie bedauerten, sich bei der Gestaltung ihres Lebens nicht selbst treu gewesen zu sein. Und diese Erkenntnis war gleichzeitig die, die am meisten Schmerz verursachte, weil es für die Patienten zu spät war.“ (Ware, 5 Dinge, S. 64)

Zur 4. Frage: „Was ist für Sie das Wichtigste im Blick auf Ihre verbleibende Lebenszeit?“ Folgende Verteilung wurde in den Aussagen beobachtet: Zehnmal (59%) Gesundheit, fünfmal (29%) Familie oder Beziehungen zu Familienmitgliedern, fünfmal (29%) Freunde/Bekannte/Vertraute, viermal (24%) Glauben an Gott vertiefen/behalten/weitergeben, dreimal (18%) Autonomie, zweimal (12%) Frieden.